AKTUELL

17.11.2020

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Wir nehmen Stellung zu einem kürzlich in der Yachtrevue erschienen Artikel des Prüfungsreferenten Erwin Angermayr zu neuen JachtVO.

 

Sail Austria – 1210 Wien Leopoldauerplatz 14

 

 

 

Offener Brief an Herbert Houf, und Erwin Angermayer, ÖSV

 

Betrifft: Artikel von Erwin Angermayr zum Thema Yachtverordnung in der Yachtrevue

 

 

Wien, am 28. August 2020

 

Sehr geehrte Herren!

 

Ich nehme Bezug auf den Artikel von Hrn. Angermayr in der aktuellen Yachtrevue zum Thema „Yachtverordnung“ und halte folgendes fest:

 

Sie schreiben:

 

„ --- ein Teil der Prüfungsorganisationen, zu denen sich der ÖSV zählt, konnte mit den Bestimmungen der JachtPro 2015 leben und ist gegen eine Herabsetzung des Ausbildungsniveaus.

 

Sie suggerieren damit, dass 1. Die Bestimmungen der JachtVO eine Verschlechterung des Ausbildungsniveaus bedeutet. Und 2. Dass „alle anderen“ Prüfungsorganisationen dies gutheißen.

 

Beides ist unrichtig. Weder bedeutet die JachtVO eine Herabsetzung des Ausbildungsniveaus (im Gegenteil), noch heißen die Prüfungsorganisationen jegliche Verschlechterungen des Ausbildungsniveaus dies gut.

 

 

Sie schreiben:

 

„...für andere Prüfungsorganisationen waren die Anforderungen der JachtPro unzumutbar hoch.....in diesem Spannungsfeld ist die neue JachtVo entstanden....“

 

„.... auch das IC sieht die Geltungsbereiche „motorized craft“ und „sailing craft“ vor.“

 

DAS IST FALSCH.

 

Die Anforderungen der JachtPro waren den „anderen Prüfungsorganisationen nicht zu hoch.

 

Dies weisen wir ausdrücklich zurück!

 

Der (Haupt)Grund für die Änderungen in der JachtVo waren, dass der österreichische Gesetzgeber bei der Erstellung der JachtPro einem grundsätzlichen und schwerwiegenden Irrtum aufgesessen war:

 

Das „M“ im IC bedeutet nicht,  dass damit eine Motoryacht zu betreiben ist, sondern dass damit ein MOTORANTRIEB in Betrieb genommen werden kann.

 

Das „S“ im IC bedeutet nicht,  dass damit eine Segelyacht zu betreiben ist,

sondern dass damit ein SEGELANTRIEB in Betrieb genommen werden kann.

 

In der JachtPro war dies daher eindeutig falsch interpretiert worden und der Gesetzgeber hat vollkommen richtigerweise dies nun mit der JachtVO korrigiert.

 

Alle Absolventen, die die Prüfung gemäss JachtPro absolviert haben, können nun nachträglich den „M“ für ihr IC beantragen.

 

Ansonsten wäre mit dem IC der Betrieb des Motors auf einer Segeljacht nicht möglich gewesen!

 

Es ist uns unverständlich, dass der Leiter des Prüfungswesen des ÖSV diesen Irrtum nicht erkennt oder erkennen will und über ein österreichweites Printmedium diesen Irrtum auch noch bestätigt.

 

Im internationale Vergleich fällt auf, dass viele, wenn nicht alle Länder wie z.B. Deutschland und Kroatien bei den Grundscheinen nicht zwischen Motor- und Segelyacht unterscheiden. Mit dem deutschen SBF See, bzw. dem kroatischen Skipper B ist eine Motoryacht als auch eine Segelyacht zu betreiben.

 

Überdies halten die überwiegende Mehrheit der Prüfungsorganisationen die neue JachtVO für eine Verbesserung der Ausbildungsqualität.

 

 

Sie schreiben:

 

„....allen spitzfindigen Interpretationen und Übersetzungen zum Trotz bleibt eine Segelyacht eine solche und wird durch einen zusätzlichen Motor nicht zur Motorjacht, die auch Segel trägt..“

 

Herr Angermayr, kennen und akzeptieren Sie die Internationalem Kollisionsverhütungsregeln?

 

Dort steht nämlich genau das drinnen:

 

„....sobald auf einer  Segelyacht der Motor betrieben wird, ist sie eine Motoryacht.“

 

Die KVR werden international von allen Staaten dieser Welt anerkannt. Sollten Sie die als Prüfungsreferent des ÖSV nicht anerkennen (wollen) ist möglicherweise eine andere Beschäftigung zielführender.

 

 

Sie schreiben:

 

„...die seemännnische Praxis kann mittel Seemeilenbestäigungen, Seemeilen als Skipper sind mittels Logbuch nachzuweisen. Diese Vereinfachungen widersprechen den Anforderungen und werden sich negativ auf die Qualität der Seefahrtsbausbildung auswirken...“

 

Bereits jetzt hat Österreich weltweit die strengsten Anforderungen an den Nachweis der seemännischen Praxis.

Welchen Anforderungen sollten dies widersprechen? Bitte führen Sie dies aus!

 

Ausserdem: nicht das „Runterrodeln“ von Meilen,  wie auch immer dies nachgewiesen werden muss, sind wichtig für eine qualitative Seefahrtsausbildung, sondern die Qualität der Ausbildung  an sich!

 

Die „Vereinfachung“ des Nachweises der Praxismeilen war für Schüler und Prüfungsorganisationen unzumutbar hoch und auch im internationalem Vergleich unüblich.

 

Die neue Regelung in der JachtVO ist praxiskonform und sehr gut zu handhaben.

 

 

Abschliessend halten wir fest:

 

·      Die JachtVO ist im wesentlichen gelungen.

·      Viele Unklarheiten wurden beseitigt.

·      Die Anpassung von „M“ und „S“ erfolgt nun  gemäss den internationalen Richtlinien.

·      Praxisnachweise sind nun praxiskonformer möglich.

·      Der Lernzielkatalog wurde angepasst. 

·      Praxisprüfungen sind nun wesentlich praxiskonformer möglich. 

 

Die Prüfungsorganisationen Sail Austria und MSVÖ waren im wesentlichen daran beteiligt, die „Fehler“ in der JachtPro auszubügeln und in eine gesetzeskonforme neue Jachtverodnung einfliessen zu lassen. Dies ist gelungen.

 

Es sollte der Öffentlichkeit nicht verschwiegen werden, dass der ÖSV weder an einer Zusammenarbeit mit den anderen Prüfungsorganisationen interessiert war, noch an einer dringenden Verbesserung der JachtPro.

 

 

Mit freundlichen Grüssen

 

Ing. Alexander Bayr

Obmann der Sail Austria


21.4. Das Büro der Via Donau ist wieder geöffnet, IC Anträge werden wieder bearbeitet. Bitte senden Sie uns Ihre IC Anträge ins Büro der Sail Austria. 


Prüfungsgebühren für nicht durchgeführte Prüfungen infolge Verschiebungen durch den Corona Virus werden unbegrenzt gutgeschrieben.


Saftey an Bord I – Rettungswestenpflicht

 Auch die besten der besten sind vor den Gefahren der unbändigen See nicht gefeit. Beim vergangenen Volvo Ocean Race wurde uns das Thema Sicherheit wieder traurig bewusst. Im Südpazifik kam es aufgrund des massiven Seegangs zu einer Patenthalse - just in dem Moment als John Fisher seine Life-Line bei 35-45 Knoten Wind aushängte und aufs Deck stieg. Das kostete ihm sein Leben.

 

Ein hoher Preis für den Sieg

 

Der zuvor letzte Todesfall beim Volvo Ocean Race war 2006: Hans Horrevoets wurde in der Nacht aus dem Cockpit geworfen, als er gerade seine Rettungsweste inkl. der Life-Line anlegte. Im November 2017 ein weiterer Todesfall. Beim “Clipper Round the World” ging Simon Speirs über Bord. In diesem Fall war er zwar eingehängt, aber der Karabiner brach. Er wurde kurze Zeit später ertrunken geborgen. 2018 ging Alex Gough über Bord, während er sich über die Schiffsseite lehnte, trug er keine Weste. Er konnte jedoch lebend gerettet werden. Die Todesfälle der jüngeren Vergangenheit sollten nicht nur bei den Veranstaltern, sondern allgemein in der Segelszene zu einer neuen Debatte über Sicherheit führen.

So schön das Segeln ist, darf man die allgegenwärtigen Gefahren nicht vergessen. Selbst bei 25-30 Knoten kann eine brechende Welle oder andere Faktoren nicht nur an Deck arbeitende Crewmitglieder gefährden, auch im Cockpit oder an der Windsch sind wir immer einem gewissen Risiko ausgesetzt.

 

Gurte retten Leben

 

Das einzige, dass der Lebensgefahr auf einem Schiff entgegensteuert, ist das durchgehende tragen der Rettungsweste und einhängen mit der Lifeline an sicheren Punkten oder einem gut gespannten Strecktau. Neben Schwerwettersituationen ist auch das an- und ablegen ein Risikofaktor. Daher ist es in den nördlichen Ländern, wie Deutschland, Großbritannien und Skandinavien, völlig normal die Rettungsweste bereits vor dem Ablegen anzulegen. Der Fall Horrevoets zeigt auf, dass es selbst im Cockpit bereits zu spät sein kann.

Im Auto ist es selbstverständlich, einen Gurt anzulegen. Das Risiko bei einem Unglück tödlich verletzt zu werden ist dadurch rapide gesunken. Ähnlich beim Klettern: eine doppelte Sicherung durch zwei Karabiner ist wird bereits in den Einführungskursen eingemahnt. Der doppelte Karabiner hätte sowohl Speirs als auch Fisher vor der See bewahrt.

 

Ein weiterer Grund sich nicht erst bei Wind und Welle einzuhängen, ist gruppendynamischer Natur. Bei aufkommendem Wetter die Crew nach unten zu schicken verursacht Stress und das Gefühl „jetzt wird es ernst“. Wenn von Anfang an die Rettungsweste getragen wird und man eingepickt ist, kommt es gar nicht zu dieser „besonderen“ Situation, die sie auch nicht unbedingt ist. Die Crew kann sich so auf die Situation einstellen. Zusätzlicher Stress oder gar Panik ist sicherlich kein Vorteil, wenn es zur Sache geht.

 

Stars und Medienrummel

 

Die Vorbildwirkung durch Instruktoren, aber auch durch bekannte Stars der Segel- und Regattaszene, sollte nicht unterschätzt werden. Wenn in Fachmagazinen selbst die Profis des Volvo Ocean Race auf vielen Fotos keine Weste tragen, darf man sich nicht wundern, dass es die Hobbysegler ihnen gleich tun. „Wenn die selbst im Südpazifik darauf verzichten, brauche ich es in der Adria erst recht nicht“, werden sich dabei viele denken. Das ist aber eine Verkennung des Risikopotentials und daran tragen auch Profis und Medien eine Mitverantwortung.

Libby Greenhalgh, die mit dem Team Scallywag ihren Kollegen Fisher verlor, entgegnete Kritikern: “es wird immer Momente geben, in denen man beim bewegen über das Schiff nicht eingepickt ist“. Genau das bleibt zu bezweifeln. Nicht ohne Grund sind Kletterer zweifach eingepickt, um jederzeit das Leben am seidenen Faden zu sichern.

 

Unsere Partnerschulen leben eine durchgehende Rettungswestenpflicht und nehmen sich der Verantwortung an. Segeln ist eben nicht nur Hobby und Sport, sondern auch eine ernste Sache. Die See kann nämlich nicht nur unser bester Freund, sondern auch unser schlimmster Feind sein.

 

Dieser Text erschien in der Mai-Ausgabe des Ocean 7 - dem österreichischen Yachtmagazin. Das Jahresabo ist für alle Sail Austria Mitglieder inkludiert!

 

Text: Richard Gansterer / Rückfragen an office@sailaustria.at

 


31.1.2019/Neuigkeiten bei der JachtPro

Änderungen der Jacht Pro 2020

 

Die oberste Schiffahrtsbehörde (OSB) plant für 2020 einige gravierende Änderungen der für alle verbindlichen Prüfungsordnung.

 

Die Durchführung der Motorprüfungen auf einem Segelschiff soll erleichtert und der Fb1, der aufgrund der Längenbeschränkung von 10m bis dato nicht attraktiv war, aufgewertet werden.

 

Der Fahrtbereich 2 – der Standardschein für Freizeitskipper – soll um einen großen Teil des bis jetzt im Fahrtbereich 3 verankerten Stoffes erweitert werden. Dadurch ergibt sich eine längere und theorielastige Ausbildung, die der Realität der österreichischen Schiffsführer mit ihren Freizeittörns in tidenarmen Mittelmeergewässern nicht gerecht wird. Diese Änderung können wir als Prüfungsorganisation nicht nachvollziehen.

 

Zielführender wäre aus Sicht der Sail Austria eine Entlastung des Fb2. Radar- und Tidenkenntnisse wären am besten im Fb3 aufgehoben und die gewonnene Ausbildungszeit könnte zur Übung von praktischen Manövern und der Kartenarbeit genutzt werden, den wichtigsten Eckpfeilern einer verantwortungsvollen und sicheren Schiffsführung.

Die begrüßenswerte Aufwertung des Fb1 reicht nicht als Substitut. Der erste Fahrtbereich ist auf 3 nm beschränkt und wird somit den vorherrschenden Bedingungen nicht gerecht. (eine Tagesfahrt auf die kroatische Insel Vis/Lissa wäre nicht möglich, ebenso viele andere direkte Ansteuerungen von Inseln).

 

Richard Gansterer


SAil austria auf der boot-tulln!

Wir sind zum ersten Mal auf der Boot in Tulln von 7. bis 10 März vertreten!

 

Sie finden uns in der Halle 4-Stand 455 auf dem Stand von b3onWater.


17.9.2018/ tolle Kombianbote

Gemeinsam mit unserer Partnerschule b3onWater bieten wir eine einjährige Mitgliedschaft bei SAIL AUSTRIA + ein 3 Tages-Skippertraining zum attraktiven Preis  an!

 

Hier gehts zum Anbot!


1.8.2018/Ohne FB3 kein Kat

Verschärfte Kontrollen in Kroatien

 

Schiffsführer sind heuer mit einem strengeren Reglement konfrontiert, saftige Strafen drohen.

Kroatien ist das beliebteste Segelrevier der Österreicher. Neuerdings wird eine nationale Beschränkung des International Certificate FB2 von den Behörden durchgesetzt, wobei eine Strafe von 600 Euro droht.

Das IC erlaubt prinzipiell ein Maximalgewicht von 300 Bruttoregistertonnen (BRT), doch in Kroatien liegt diese Grenze für den FB2 bei 30 BRT. Katamarane und größere Yachten wie die Lagoon 450 überschreiten vielfach diesen Wert. Für größere Schiffe ist also ein IC für den Fahrtbereich 3 notwendig, der sogar ein Maximalgewicht von 500 BRT zulässt. Damit ist man in seiner Schiffswahl jedenfalls unabhängig und frei.

Der FB3 ist eine ausschließlich theoretisch Prüfung, die gewisse praktische Erfahrungen voraussetzt. Dazu gehören 1500 Seemeilen, wovon 500 als Skipper absolviert worden sind. Dabei ist es aber nicht relevant, ob diese im Fahrtbereich zwei oder drei bestritten wurden. Weiters werden 48 Bordtage verlangt und fünf Nachtfahrten inklusive Nachtansteuerung, sowie eine 50 Stunden Non-Stop-Fahrt die für mindestens zehn Stunden im Fahrtbereich  drei stattfand.

Unsere Partnerschulen haben für diese Erfordernisse maßgeschneiderte Ausbildungspakete geschnürt, die eine ideale Weiterbildung bieten um auch in anspruchsvolleren (Tiden)-Revieren selbstbewusst und sicher zu agieren.

https://b3-onwater.at/fb3


1.8.2018/Ohne IC kein Charterschiff!

Kein Weg führt am IC vorbei!

 

Im Regelfall war man beim Chartern einer kroatischen Charteryacht mit dem FB2 Verbandsschein nicht mit Problemen konfrontiert. Doch heuer wurden bereits mehreren Personen von unterschiedlichen Charterfirmen die Bootsübernahme ohne Vorlage des International Certificate (IC) verweigert.

 

Wichtig es auch, bei einem Unfall mit dem richtigen Schein unterwegs zu sein, da dann die kroatischen Behörden sehr genau kontrollieren, im schlimmsten Fall steigt die Versicherung aus und man bleibt mit dem Schaden über.

 

Skipper, die den FB2 Schein bei einer Partnerschule von Sail Austria absolviert haben, können über das Verbandsbüro das IC zusätzlich zum FB2 unkompliziert beantragen lassen. Das IC erfordert keine weitere Prüfung, aber einen Erste Hilfe-Nachweis im Ausmaß von 16 Stunden, den man zum Beispiel beim Roten Kreuz und anderen Organisationen besuchen kann. Die Auffrischung und Vertiefung der Erstversorgungskenntnisse sind eine wertvolle Weiterbildung für Skipper.

Info und Hilfestellung bei der Erlangung des IC: office@sailaustria.at